Fahrt der 10. Klassen nach Mauthausen – schrecklich und gut zugleich

2023 MauthausenSechs Millionen Juden und regimewidrige Menschen wurden in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 in Deutschland brutal gefoltert, gequält und anschließend ermordet, die meisten davon in speziell dafür eingerichteten Lagern. Der Nationalsozialismus ist eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte Deutschlands und der ganzen Welt. Damit niemand diese Zeit des Schreckens vergisst und um die Verstorbenen zu ehren, besuchen jedes Jahr tausende Zehntklässler aus ganz Deutschland die Zentren dieses grausamen Systems: die ehemaligen Konzentrations- beziehungsweise Vernichtungslager. Auch wir, die Klasse 10c, haben am 10. Oktober 2023 einen dieser Orte besucht: die KZ-Gedenkstätte Mauthausen.

Nach einer zweistündigen Busfahrt in Richtung Linz (Oberösterreich) breitete sich vor uns das auf einem Hügel gelegene ehemalige KZ-Gelände aus. Auf den ersten Blick wirkte es wie eine mittelalterliche Festung mit ihren großen, unbehauenen Steinen, welche in der Mauer verbaut waren. Doch auf den zweiten Blick bemerkte man die düstere, fast schon erdrückende Aura, die das ganze Gebiet umgab.

Ein Mitarbeiter führte uns über das Gelände und erzählte uns dabei, wie die Wachen und Häftlinge dort lebten. Er führte uns durch eine der spartanischen Baracken, die ehemaligen Gaskammern und den sogenannten „Raum der Namen“, in dem alle bekannten Opfer der österreichischen Lager aufgeschrieben sind.

Überall konnten wir kleine Briefe an die Verstorbenen finden, auch die jüdische Tradition, auf das Grab der Verstorbenen Steine zu legen, war auf dem ganzen Gelände sichtbar. Der Anblick des angrenzenden Steinbruchs, in dem die Häftlinge arbeiten mussten, war besonders erschreckend, 186 steile Stufen führten hinab in die Tiefe.

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Am Ende der Führung kamen wir an einem ehemaligen Fußballfeld der SS-Wach-männer vorbei, das mit einer Tribüne ausgestattet gewesen war. Von dort aus konnten damals die Zuschauer die SS-Männern bei ihrem Spiel anfeuern, während, keine fünfzig Meter entfernt, im Lager die Häftlinge misshandelt und zu Tode gequält wurden. Es muss unmöglich gewesen sein, dass die Menschen aus dem nahegelegenen Ort Mauthausen nicht wussten, dass in dem Konzentrationslager im Laufe des Krieges mehr als 90.000 Menschen starben.

Insgesamt war unser Besuch schrecklich und doch auch gut zugleich, schrecklich, weil uns bewusst wurde, dass ein Ort wie das KZ Mauthausen wirklich existiert hat und gut, weil wir durch unseren Besuch die Opfer des Nationalsozialismus gebührend würdigen konnten und ihr Leiden niemals vergessen werden. Denn damit dieser grausame Teil der deutschen Vergangenheit sich niemals wiederholt, darf man ihn nicht vergessen.

Text: Hanna Lewandowska und Konstanze Fuchs, Kl. 10c

Gruppenfoto: Andrea Grünberger   Andere Fotos: Archiv

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