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„Da tut sich was in der Klavierwerkstatt“

„Da tut sich was in der Klavierwerkstatt“
Schülerinnen und Schüler der Klavierklasse von Elmar Slama überzeugen im Werkstatt-Konzert
Am Sonntag, den 12. April war es für 14 Schülerinnen und Schüler von Elmar Slama so weit: Im gut besetzten Festsaal des Auersperg-Gymnasiums Freudenhain präsentierten sich die jungen Pianistinnen und Pianisten ihrem Publikum.
Elmar Slama begrüßte die zahlreichen Gäste zum „Werkstatt-Konzert“.
Was passiert in einer Werkstatt? Es wird etwas bearbeitet, erarbeitet, es wird gefeilt, verbessert, begutachtet, entwickelt, Fehler werden ausgemerzt und alles wird zu einer möglichst hohen Perfektion geführt.
Und Elmar Slama freute sich darüber, dass es in seinem 31. Jahr als Lehrer am musischen Auersperg-Gymnasium Freudenhain immer noch und immer wieder so viele von diesen jungen und begeisterten Menschen gibt, die Lust auf Musik haben, die sich dieser Aufgabe stellen, die jeden Tag fleißig üben, um das Beste aus sich und den Werken herauszuholen, und diese im Konzert auf dem jeweiligen Stand vorzutragen.
Und DAS konnte man in den folgenden eineinhalb Stunden auf beeindruckende Art und Weise hören und erleben!
Das Erlernte beim Auftritt darzubieten ist zudem eine große Herausforderung, denn was kann nicht alles „passieren“, in der Aufregung, in der vielleicht noch nie erlebten Situation, vor anderen Menschen, nicht nur im kleinen Überaum und Zimmer zu spielen!
Man kann „nur“ feststellen: Diese jungen Leute von Klasse 6 bis 13 haben das am Sonntag bravourös gemeistert! Es hat wirklich jede und jeder eine Erwähnung verdient.
Kai Witzlinger eröffnete selbstbewusst, technisch versiert und sehr musikalisch mit einem Scherzo von Sergej Prokofiew. Nicht weniger rasant ging es weiter mit „Tanz der Stäbe“ von Béla Bartók, überzeugend gespielt von Milana Prokhorova. Marcel Weibel interpretierte dann die Klavierfassung des Schubertliedes „Ständchen“ in ungeheuer berührender Weise, später im Konzert begeisterte er mit Werken von Frederic Chopin, beide äußerst virtuos und dynamisch differenziert dargeboten. Ebenso konnte David Huber mit dem Impromptu in Ges-Dur von Franz Schubert mit großem durchgeführtem Spannungsbogen und tiefem musikalischen Ausdruck überzeugen. Julieta Vasileva zeigte ihr großes Können hinsichtlich Technik und musikalischem Ausdruck mit gleich 3 Stücken: dem 1. Satz der Sonate in A-Dur von Schubert, einer „Studie für die linke Hand“ von Max Reger und der expressiven Etüde von Claude Debussy „Pour les agréments“. Pia Neulinger entführte das Publikum mit der „Barcarole“ aus „Hoffmanns Erzählungen“ von Jaques Offenbach mit warmem Klang in die Welt der Oper. Carla Noe bot zwei Stücke von Edvard Grieg dar: „Einsamer Wanderer“ und „Lied des Bauern“ und es gelang ihr, in Klang und Spielweise die zwei verschiedenen Charaktere deutlich darzustellen.
Franziska Krause konnte im „Lied ohne Worte“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy die Melodie des Liedes klar herausarbeiten und die Begleitung in ruhiger Weise konsequent durchführen.
Eine ganz andere Klangwelt zauberte sich mit dem Stück „Easy Lovers“ des italienischen Filmkomponisten Piero Piccioni in den Freudenhainer Festsaal: Tolle Klänge, intensive Farben und richtig gutes Gefühl konnte der junge Pianist Elias Eckert hier zeigen. Zurück zur Klassik führte Leonard Winner mit dem 3. Satz aus Beethovens Sturmsonate: Mit toller Geläufigkeit, klaren Akzenten und dynamischer Bandbreite wurde er dem komplexen Stück mehr als gerecht.
Der nächsten Pianistin floß die Musik nur so aus dem Körper und den Fingern. Wunderbarer Anschlag, tolle Geläufigkeit, großes, tiefes Gefühl, dynamische Gestaltung in idealer Weise: Giulia T. Fioranti hatte all das bei „The sapin“ von Jean Sibelius. Nun folgten noch 3 Stücke von Chopin: Nocturne b-moll gespielt von Janelle Wall, die technisch und in musikalischer Gestaltung souverän die Dramaturgie dieses Stückes sehr gut erfasst hat. Fynn Jerschabek „lebte“ die Ballade Nr.2. in F-Dur: Zarte, erzählerische Momente und elegische Klänge konnte er ebenso zum Klingen bringen als auch die virtuosen Elemente des Stückes, die er dank erstaunlicher Geläufigkeit und Technik beeindruckend gestaltete. Maximilian Altmann zeigte bei „Valse cis-moll“ sein ganzes Können hinsichtlich Musikalität, Spielweise und der Fähigkeit, die einzelnen Töne wirklich schwingen zu lassen und er begeisterte das Publikum anschließend vollends mit der „Ungarischen Rhapsodie Nr.2.h-moll“ von Franz Liszt, einem der berühmtesten Stücke von Liszt im ungarischen Stil. Maximilian Altmann meisterte dieses schwere Stück auf allen Ebenen in beeindruckender Weise. Yiwei Zhuang beendete das Konzert mit zwei Sonaten von Domenico Scarlatti, C-Dur und D-Dur, deren Stil er wunderbar erfasste, deren Schlichtheit in den Melodien er berührend wiedergab und deren virtuose Elemente er scheinbar spielerisch bewältigte.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
Bei all diesen jungen Schülerinnen und Schülern ist die Prägung ihres Lehrers Elmar Slama deutlich zu hören, zu erleben, zu sehen, zu spüren.
Technisch hat er seine Schüler auf ein hohes Niveau gebracht und es ist immer dynamische Differenziertheit und Bandbreite in passendster Weise erarbeitet, der Anschlag ist individuell möglich und einsetzbar, sei er ganz weich, sei er stark, sei er hart, je nachdem, was das Stück, was die einzelnen Stellen brauchen.
Und die immer erlebbare musikalische Gestaltung der einzelnen Töne, Phrasen, Spannungsbögen, großen Zusammenhänge, der durchdachte, hörbar gemachte Aufbau jedes einzelnen Stückes und die sichtbare Spielfreude machten diese Mittagsstunde zu einem wirklich besonderen Konzert.
Ein Glück für einen Lehrer, solch begabte und fleißige Schüler zu haben, und ein sehr großes Glück für die Schülerinnen und Schüler, so einen Lehrer zu haben!
Das Publikum spendete den jungen Leuten langen und sehr verdienten Applaus!!
Heidelinde Schmid