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Shakespeare – gerührt und nicht geschüttelt

01 Shakespeare07Wie vermittelt man die Liebe zur klassischen Literatur in Zeiten von Instagram, Twitter und Youtube? Dem Seminar „Dramatisches Gestalten“ unter der Leitung von Stephanie Holly ist das gelungen: In revueartig angeordneten Bildern nahmen die SchauspielerInnen die Zuschauer mit auf eine kurzweilige Reise durch das Werk von William Shakespeare.

Julia (Anastasia Matas), eine Schülerin der Oberstufe, soll an einem Abend ein Referat über Shakespeares Macbeth vorbereiten und sitzt ratlos in ihrem Zimmer; eine Situation, die wohl jeder schon einmal erlebt hat. Die altertümliche Diktion verhindert einen Zugang zum Text und Julia wäre sicher an dieser Aufgabe gescheitert, wenn sie nicht kompetente Hilfe durch Shakespeare (Paul Färber) höchst persönlich bekommen hätte. Der führt Julia nun durch sein Werk und die Bedeutung der Szenen erschließt sich nicht nur der Schülerin, sondern auch den Zuschauern.

 

Eine grandiose schauspielerische Leistung wurde auf der Bühne im Festsaal gezeigt. Paul Färber, eine Leihgabe aus der achten Jahrgangsstufe, sprach fast ausschließlich in Shakespeare‘schen Originalzitaten. Mühelos gab er der durch Metrik und Reim gebundenen Sprache den richtigen Sinn und erklärte ganz nebenbei, dass wir diese verdrehte Sprache der Übersetzung durch Schlegel und Tieck zu verdanken haben. Nicht weniger packend spielte Anastasia Matas die Julia. Ihre Fragen geben dem Stück die Dynamik und am Ende führt für Julia die Beschäftigung mit Shakespeares Werken dazu, dass sie ihr Leben ändert und in Bezug auf ihren Freund Alessio (Leonardo Zamarano) die richtige Entscheidung trifft. In der Didaktik würde man am Ende einer gelungenen Unterrichtsstunde feststellen, dass ein lebensweltlicher Bezug hergestellt werden konnte.

 

Die von den Schülern und Schülerinnen selbst verfassten Dialoge überzeugten durch Witz und Tiefe, hier merkte man, dass das Seminar unter der Leitung von Frau Holly wirklich gearbeitet hat!

Was diese Theateraufführung außerdem auszeichnete, war die Liebe zum Detail. Jede einzelne Szene wurde passend ausgestattet, vom Kostüm über das Makeup bis zum Auftreten der Personen und zur Gestik war jede Rolle glaubhaft gestaltet und mit einer Fülle von Querverweisen und Bezügen ausgestattet. Und es war wirklich alles drin: Liebe, Eifersucht, Mord und die bei Shakespeare obligatorische Fechtszene -  dieses Mal mit Kleiderbügeln!
Das Publikum dankte den Mitwirkenden am Ende für diesen anregenden Abend und der eine oder andere wird sich vielleicht vorgenommen haben, mal wieder ein Werk von Shakespeare aus dem Regal zu nehmen.  

Katharina Martin

         

         

         

         

         

         

         

         

         

Fotos: Mt.

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